Gitarrist und Autor: Torge Braemer, M. A.

Foto von Torge Braemer




Die Spa­ni­sche Ton­wort­lehre „Sol­fe­o“ im Gi­tar­ren­un­ter­richt

Das Tonwort La
Das spanische Tonwort „La“

Die spa­ni­sche Ton­wort­leh­re „Sol­fe­o“ ist das Spre­chen o­der Sin­gen der spa­ni­schen No­ten­na­men Do, Re, Mi, Fa, Sol, La, Si. Die­se Le­se­ü­bun­gen sind Be­stand­teil des ge­re­gel­ten Mu­sik­un­ter­richts in Spa­ni­en. Da sie a­ber sehr an­stren­gend und schwier­ig sind, sind sie meis­tens auch nicht so be­liebt. Trotz­dem kann eine Grund­i­dee des Sol­fe­os im Un­ter­richt an­ge­wen­det wer­den: Die Kon­gru­enz von Be­we­gun­gen und Spra­che. Das Ü­ben von kom­pli­zier­ten Stü­cken kann so ver­ein­facht wer­den. Wie das geht, zei­ge ich gern in mei­nem Un­ter­richt.

Ü­ber per­sön­li­che Er­fah­run­gen mit dem Sol­fe­o im spa­ni­schen Bil­dungs­sys­tem ha­be ich für mei­ne Ma­gis­ter­ar­beit vie­le Ge­sprä­che mit Stu­den­ten und Leh­rern ge­führt, die ich, a­no­ny­mi­siert, trans­kri­biert und ü­ber­setzt ha­be. Das sind auch nach so vie­len Jah­ren im­mer noch in­te­res­san­te Mei­nun­gen. Schü­ler, de­nen die Ma­gis­ter­ar­beit zu um­fang­reich und zu teu­er ist und In­te­res­se an ein­zel­nen In­ter­views ha­ben, kön­nen sich die Ma­gis­ter­ar­beit auch in der Bib­li­o­thek aus­lei­hen.

Buchcover: Solfeo und Taketina

Solfeo und TaKeTiNa

Eine Gegen­über­stel­lung zwei­er He­ran­ge­hens­wei­sen an Rhyth­mus

Solfeo und TaKeTiNa werden in dieser Magisterarbeit anhand einer umfangreichen qualitativen Forschung unter den Aspekten „Gebrauch der Stimme“, „Körperbewegungen“ und „Disziplin“ analysiert. Dazu habe ich in Spanien und Deutschland zahlreiche Interviews mit Hochschullehrern, Lehrern, Studenten und Schülern des Conservatorio Superior de Música de Madrid, des Conservatorio de Música de Palencia, des Colegio Internacional de Valladolid, des Conservatorio de Música de Valladolid, des Conservatorio Superior de Música de Huesca und der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg durchgeführt und ausgewertet. Die Interviews sind hier im Original und als strukturierte Übersetzungen wiedergegeben.

Die von Encarnación López de Arenosa zum solfeo rítmico ausdifferenzierte Tonwortlehre Solfeo und die von Reinhard Flatischler entwickelte ganzkörperliche Rhythmuspädagogik TaKeTiNa stehen im Fokus der Betrachtung. In beiden Herangehensweisen an Rhythmus geht es um die Abstimmung verschiedener Ebenen wie Stimme, Hände und Füße. Solfeoschüler beschäftigen sich als Musiktheoretiker, die Rhythmusanalyse betreiben, TaKeTiNa-Teilnehmer arbeiten körperlich, um das Urphänomen Rhythmus zu erfahren. TaKeTiNa kann zur Persönlichkeitsbildung beitragen und menschliche und soziale Werte vermitteln. Dazu gehört der bewusste Umgang und die Nutzung eigener musikalischer Ressourcen, die Förderung der eigenen Sensibilität und der Wahrnehmungsmöglichkeiten sowie die Schulung des inneren Pulses und die Koordinierung mehrerer rhythmischer Ebenen. Mit Solfeo können Grundlagen der allgemeinen Musiklehre sowie das Instrumentalspiel und die Gehörbildung praxisnah unterrichtet werden. Die Errungenschaft des Solfeos ist ein effektiv bildender Unterricht. Der Erfolg des TaKeTiNa ist die Verbindung des Fachlichen mit dem Sozialen. Der Kombiweg aus der Tonwortlehre Solfeo und der stimmlichkörperlichen Rhythmusarbeit TaKeTiNa ist eine attraktive Grundlage musikalischer Bildung und bietet viele Anreize für einen fortschrittlichen Musikunterricht.

Buchcover: Solfeo und Taketina

Im Musikunterricht in norddeutschen Schulen ist der Unterschied zwischen Notennamen und Tonnamen kaum noch ein Thema. „Solmisation“, „Tonwortlehre“ und „Solfeo“ werden allenfalls noch mit unliebsamer Notenlektüre in Zusammenhang gebracht. Kaum jemand übt heutzutage noch das Singen auf Tonnamen. Das ist eine fast vergessene und wohl auch eine etwas veraltete, aber immer noch interessante Unterrichtsmethode. In Spanien wurde in den 80er Jahren der Umgang mit Tonwörtern modernisiert. Es entstand die Idee, Tonnamen nicht mehr zu singen, sondern nur noch rhythmisch zu sprechen. Solfeo wurde zum solfeo rítmico weiterentwickelt. In vielen Musikkonservatorien und Schulen hatte eine Ausdifferenzierung der Tonwortlehren begonnen, die auch heute noch Unterrichtsabläufe bestimmt und in den Instrumentalunterricht einwirkt. Es entstand auch viel neues schriftliches Unterrichtsmaterial beispielsweise von Encarnación López de Arenosa. Bekannter und beliebter als Solfeo ist die von Reinhard Flatischler entwickelte ganzkörperliche Rhythmuspädagogik TaKeTiNa. Auch in seiner Herangehensweise an Rhythmus geht es um die Abstimmung verschiedener Ebenen wie „Stimme“, „Hände“ und „Füße“. Während sich Solfeoschüler als Musiktheoretiker beschäftigen, die Rhythmusanalyse betreiben, arbeiten TaKeTiNa- Teilnehmer eher körperlich, um das Urphänomen Rhythmus zu erleben. Vereinfacht die Kongruenz von Stimme, Bewegung und theoretischem Gehalt das Erlernen von Rhythmus?

Um Erfahrungswerte von Nutzern des Solfeo und des TaKeTiNa vergleichen zu können, hatte ich im Rahmen meiner Magisterarbeit in Spanien und Deutschland zahlreiche Interviews mit Hochschullehrern, Lehrern, Studenten und Schülern des Conservatorio Superior de Música de Madrid, des Conservatorio de Música de Palencia, des Colegio Internacional de Valladolid, des Conservatorio de Música de Valladolid, des Conservatorio Superior de Música de Huesca und der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg durchgeführt und ausgewertet. Die Interviews sind hier im Original und als strukturierte Übersetzungen wiedergegeben. Die umfangreiche qualitative Forschung bildet das empirische Material dieser Magisterarbeit, in der ich die Herangehensweisen an Rhythmus, Solfeo und TaKeTiNa, unter den Aspekten „Gebrauch der Stimme“, „Körperbewegungen“ und „Disziplin“ analysiert habe.

Symbol Buchausstattung Buchausstattung und Infos:

⸰ Seitenzahl: 232
⸰ Format: DIN A4
⸰ Einband: Paperback
⸰ Laminierung: strukturgeprägt
⸰ Papiersorte: cremeweiß 90 g
⸰ Erscheinungstermin: 30.11.2015
⸰ Lieferstatus: verfügbar
Symbol ISBN BuchISBN: 9783738652390
Symbol ISBN E- BookISBN: 9783739283715

⸰ Taschenbuch: 49,90 €;
⸰ E-Book: 39,99 €

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